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Aktuelle Meldungen
Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

Aktuelle Meldungen und Gottesdienstanzeiger für Juli 2020

Im Untermenü-Bereich "Aktuelle Meldungen" finden Sie alle Meldungen aus dem Pfarrverband, wie sie im Regelfall auch im Pfarrbrief des laufenden Monats abgedruckt sind.

Der Pfarrbrief

Unser Pfarrbrief erscheint monatlich als Nachrichten- und Mitteilungsorgan des Pfarrverbandes und beinhaltet die Gottesdienstordnung des jeweiligen Monats. Der eigentliche Pfarrbrief ist als Mantelbogen für die Einlegeblätter der Gottesdienstordnung ausgeführt.

Der Pfarrbrief liegt in den Kirchen aus und kann dort kostenlos mitgenommen werden.

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Das Titelbild des Juli-Pfarrbriefs

Augustin zhao Rong und 119 Gefährten

Hl. Augustin Zhao Rong und 119 Gefährten

Märtyrer in China (+ 1648 - 1930)

Gedenktag: 9. Juli

Ein Artikel von Webmaster Wolfram Biedermann. Er gibt die persönliche Meinung des Autors wieder.

Der hl. Augustin Zhao Rong ist einer von 120 Märtyrern, die vom 17. bis ins 20. Jahrhundert bei der Verkündigung des Glaubens getötet wurden und am 1. Oktober 2000 heiliggesprochen wurden. Er führt die Liste dieser Heiligen an und steht somit auch stellvertretend für die anderen 119 namentlich bekannten Märtyrer - und für die vielen anderen, deren Namen bei den Menschen vergessen sind.

Ich habe dieses Titelbild gewählt, weil die katholische Kirche und die ganze christliche Gemeinde in China (bis zu 90% der Christen dort sind evangelisch) einer ungewissen Zukunft entegegensieht:

Nach einer Zeit der Entspannung und der Annäherung gerade auch von katholischer Kirche und Staat, die im letzten Jahr in einem Abkommen zwischen dem Vatikan und der Volksrepublik gipfelte, scheint die Regierung nun die Freiheit der Religionsausübung wieder drastisch einzuschränken.

Die "Corona-Krise" wird in China (wie fast auf der ganzen Welt) zum Vorwand genommen, das religiöse Leben zu unterbinden, jede Bewegung der Bürger zu überwachen und die Freiheit des Einzelnen zur vernachlässigbaren Grösse zu machen, über die nach Gutdünken verfügt werden kann.

Das soll kein undifferenziertes "China-Bashing" werden, wie es im Westen - und auch in manchen Kreisen der katholischen Kirche - leider reflexartig betrieben wird. Der Ausfstieg Chinas in den letzten Jahrzehnten vom Armenhaus zur Weltmacht ist weltgeschichtlich einmalig und das chinesiche Volk und seine Führung haben Grossartiges geleistet. In der Vergangenheit waren auch viele Zerwürfnisse zwischen Staat und Kirche dem Unwillen der Kirchenleitung geschuldet, etwas flexibler auf diese selbstbewusste Nation zuzugehen.

Umso trauriger müssen einen die aktuellen Nachrichten stimmen: Auch der katholischen, den Staat respektierenden Patriotischen Vereinigung, die keine böse Antikirche ist, sondern versucht hat, über Jahrzehnte einen gangbaren Weg durch das Minenfeld zwischen Politik und Kirche zu finden, und die mittlerweile von Rom eine gewisse Anerkennung erfahren hat, werden mehr und mehr Steine in den Weg gelegt. Auch ihre Kirchen werden geschlossen und teilweise sogar abgerissen.

Aktuelle Schätzungen zur Zahl der Christen sind ungenau: Offizielle Angaben sprechen von 36, christliche Organisationen von bis zu 100 Millionen. Damit wäre China bereits jetzt eines der bedeutendsten christlichen Länder der Welt.

Viel tun für unsere chinesischen Brüder und Schwestern können wir wahrscheinlich nicht - ausser hoffen und beten. Und darauf vertrauen, dass es noch einmal funktioniert, weil es der Plan ist: So wie damals im Römischen Reich, als sich das Christentum ausbreitete, verfolgt wurde, Ruhepausen erleben durfte und neue Verfolgungen erlitt, bis das Reich von der neuen Lehre so durchdrungen war, dass sich auch die Staatsführung dieser Lehre zuwandte und der Glaube im grössten Staat der Welt allgemeine Anerkennung fand.

Mehr zu Augustinus Zhao Rong:

Heiligenlexikon des Bistums Augsburg

Leitartikel zum Juli

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

"Herr Pfarrer, gibt es eigentlich auch eine 'Zweitkommunion'?" -
"Ja, nächsten Sonntag."

Unvergesslich bleibt mir dieser kurze Dialog, der sich einmal während des Religionsunterrichts so abgespielt hat. Der regelmäßige Empfang der Heiligen Kommunion war ja in den letzten Monaten unterbrochen. Das war für viele eine schmerzliche Erfahrung. Ist es notwendig, die Kommunion zu empfangen? Ich sage: Ja. Wir atmen regelmäßig. Wer zurzeit eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, weiß, dass es ziemlich unangenehm werden kann, wenn man nicht genügend Luft zum Atmen bekommt.

Unser Herz schlägt regelmäßig. Tut es das nicht, spricht die Medizin von Herzrhythmusstörungen. Die Kirche leidet also massiv unter "Kommunionrhythmusstörungen." Nicht nur wegen der Einschränkungen durch das Virus. Wenn es das Brot des Lebens ist, wie können wir dann ohne es leben?

Sicher kann man einwenden, das sei eben die Sicht des Priesters, der muss ja schon von Berufs wegen Werbung für den Sonntagsgottesdienst machen. Das ist sein Job. "Klappern gehört zum Geschäft." Aber greift dieser Einwand nicht zu kurz? Und ist die Kritik, es sei ohnehin jedes Mal das gleiche Ritual, nicht viel zu oberflächlich?

Der Rückgang des Kirchenbesuchs ist auch in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Es ist ein allgemeines Abnehmen bei der Teilnahme an den Sakramenten der Kirche zu beklagen. Das hat neben einer Glaubwürdigkeitskrise der Amtskirche (Finanzgebaren, Verfehlungen einzelner Amtsinhaber und Mitarbeiter, Bürokratie statt Seelsorge) auch ganz andere Gründe. Wir stecken in einer handfesten Glaubenskrise. Und das ist keine Unterstellung, sondern eine Feststellung.

Da fällt mir die bekannte Aufzählung ein:

Zu jung, um an Gott zu denken.
Zu verliebt, um an Gott zu denken.
Zu beschäftigt, um an Gott zu denken.
Zu alt, um an Gott zu denken.
Zu spät, um an Gott zu denken.

Vor Jahren habe ich einmal eine Reihe von klassischen Gebeten mit einem Aufzeichnungsgerät aufgenommen, um sie während der Autofahrt abzuspielen und mitzubeten. Als ich das Ergebnis zum ersten Mal anhörte, fühlte ich mich an meine Kindheit erinnert, als meine Mutter mit mir gebetet hat. Lange war ich der irrigen Meinung, dass alle Mütter mit ihren Kindern beten würden.

Mein damals vierjähriger Bruder machte einmal bei einem Mittagessen mit einer anderen Familie von sich reden, als er vor dem Beginn, als sich schon alle eine gute Mahlzeit wünschten, unaufgefordert und selbständig mit dem Tischgebet begann. "Im Namen des Vaters..." - so laut, dass den anderen beinahe das Besteck aus der Hand fiel.

Das ist schon fast vierzig Jahre her und seitdem hat sich die gute Gewohnheit, den Glauben in den Alltag miteinzubeziehen, sicher nicht verbessert. Nach meiner Überzeugung steht und fällt das kirchliche Leben mit der Entwicklung eines geistlichen Lebens des Einzelnen. Es umfasst sowohl das persönliche Gebet, als auch die Betrachtung von Bibelstellen und die Gewissenserforschung.

Wer privat betet und die Stille sucht (Bischof Stefan: "in die Stille gehen"), um an Gott zu denken, der sucht auch irgendwann die Gemeinschaft der Glaubenden, die gemeinsam Gott loben und preisen.

Im Gebet verbunden,

Ihr Pfarrer Armin Riesinger

Leitartikel zum Juni

Liebe Mitchristen im Herrn!

Die erste Strophe des Liedes „Hoch“ von Tim Bendzko lautet:

Die Leute fragen „Wieviel Extrameter gehst du?“
Ich fang erst an zu zählen, wenn es weh tut.
Fehler prägen mich, mach mehr als genug, bin zu müde für Pausen, komm nicht dazu.
Und wenn ich glaube, meine Beine sind zu schwer, dann geh ich nochmals tausend Schritte mehr.

Refrain:

Auch wenn wir schon weit gekommen sind, wir geh‘n immer weiter hoch hinaus.
Egal, wie hoch die Hürden auch sind, sie seh´‘n so viel kleiner von hier oben aus.
Wenn dir die Luft ausgeht, nur nicht nach unten sehen.
Wir gehen immer weiter hoch hinaus, immer, immer weiter hoch hinaus.

Mit diesen Worten Tim Bendzkos möchte ich euch meine Gedanken zum Pilgern bzw. Wallfahren näherbringen. Besser könnte man es nicht in ein Lied packen, wie Emotionen zu einem Motor werden, zu einem Motor der Bewegung zu Maria und vor allem zu Jesus Christus.

Liebe Schwestern und Brüder!

Es ist noch ganz früh am Morgen, draußen ist es noch dunkel, Regen schlägt auf das Fensterblech, im Bett ist es kuschelig warm, ein wunderschöner Traum läuft in unseren Köpfen ab und plötzlich klingelt der Wecker.

Wir schlagen die Augen auf, sind noch etwas verwirrt, müssen uns erst orientieren, ehe uns klar wird, dass es losgeht. Also klettern wir aus unseren Betten, kultivieren uns, kontrollieren nochmals unsere Sachen, die wir schon am Vorabend hergerichtet haben und verlassen unsere Häuser in Richtung Kirche, wo schon ganz früh eine kleine Andacht stattfindet und wir uns noch einmal mental stärken können.

Die Wallfahrt hat begonnen!

Sind unsere Bekannten da, wo sind unsere Freunde aus den Vorjahren? Harte erste Schritte, Überwindung des inneren Schweinehundes, bis es läuft. Humor und Freude, aber auch Kummer und Sorgen sind die stetigen Begleiter, die man in seine Gebete, Gedanken, Gespräche und vieles andere mehr einbringt, um sie so unserem Herrgott und unserer Gottesmutter Maria ans Herz zu legen.

Eine Wallfahrt, ein gemeinsamer Weg, Kirche unterwegs, gelebte ehrliche und aufrichtige Kirche, welche alles in sich birgt, was uns Gott näher bringt. Nämlich Überwindung, Einsatz, Freude, Kampf und das Demütigwerden. Dazu kommt das Gebet, das Teilen, das Geben und Nehmen und das Zusammenhelfen in Situationen der Emotion und der körperlichen sowie der materiellen Schwäche.

Es entstehen Freundschaften, es entstehen Gemeinschaften, die uns Kraft und Freude schenken und den Blasen und den Muskelkatern sowie den Schmerzen allgemein entgegenwirken, ehe man von weitem das Ziel zum ersten Mal erkennen kann, es Stunde für Stunde näher kommt und schließlich zum Klang der Glocken und einer Heiligen Messe zu einem guten Ende kommt.

„Es ist wieder einmal vollbracht!“, um es mit den Worten Jesu auszudrücken. Trotzdem sind da die Tränen, wenn man überwältigt wird von der Wucht der Entladung von Schmerz.

Überwältigt von der Freude, dem Anblick der Liebsten. Überwältigt vom Klang der Glocken, der Gott preist und wie eine Hymne in unsere Seelen dringt, wenn sich unsere Herzen in Liebe ganz für Maria und ihren Sohn Jesus Christus geöffnet haben. Und dann auch überwältigt von der Traurigkeit über das baldige Auseinandergehen der Gruppe.

Genau dann laufen sie, die Freuden-, Trauer-, Schmerzens- und Liebestränen. Kurz gesagt ist dieses Gesamtpaket „Wallfahrt“ oder „Pilgermarsch“ der Grund dafür, dass wir innerlich lichterloh brennen, wenn diese Zeit der Wallfahrt näherkommt. Wenn wir am Radio erste Durchsagen hören: „Vorsicht, da Wallfahrer unterwegs sind...!“, wenn uns plötzlich irgendetwas innerlich berührt und sagt: „auf geht‘s, lass alles stehen und liegen und geh mit!“

Und sollte es wirklich einmal nicht klappen, dann weint man auch zu Hause und ist untröstlich darüber. Man geht im Kopf mit, weiß jede Station ganz genau mit Zeit, jeden Hof, jeden markanten Punkt, jede Straße, jedes Feld, jedes Wegkreuz. Jetzt essen sie, jetzt rasten sie, jetzt sind sie im Quartier angekommen usw., und in ein paar Stunden sind sie dort. Das tut weh! Und es tut auch weh, dass dieses Jahr aufgrund der Coronapandemie viele Wallfahrten abgesagt wurden.

Trotzdem möchte der Pfarrverband Ramsdorf, sofern es die Umstände zulassen, am Samstag, den 5. September in Einlösung des Pestversprechens wieder von der Maria-Bürg-Kirche zum Bogenberg pilgern. Natürlich dient diese Wallfahrt gleichermaßen unseren eigenen aktuellen Anliegen, unseren Sorgen und dem Dank für alles, was uns Gutes im Leben widerfährt. Und in der gegenwärtigen Situation gewinnt eine Wallfahrt, die für das Ende einer Epidemie gelobt wurde, neue Aktualität.

Dieses Jahr planen wir die Benutzung der Donaufähre in Mariaposching, da dies aus Verkehrsgründen viel sicherer wäre als beim letztjährigen Gang. Beten wir um die Möglichkeit, wirklich gehen zu dürfen – und es wäre toll, wenn ihr möglichst viele Leute zum Mitgehen ermutigen könntet. Vorbereitung läuft!

Es grüßt Euch alle von Herzen Euer

Diakon Anton Fliegerbauer

Ein Gedankensplitter zur aktuellen Krise

"Die Menschheit wird solange weder Ruhe noch Frieden finden, bis sie sich vertrauensvoll an meine Barmherzigkeit wendet".

Dies ist der Inhalt einer Vision der hl. Schwester Faustina, der Verkünderin der göttlichen Barmherzigkeit. Ohne in einen unangemessenen Mystizismus verfallen zu wollen (Krisen müssen wir mit dem Verstand und klugem Überlegen bewältigen), halte ich diese Worte in der aktuellen Situation für bedenkenswert.

Die göttliche Barmherzigkeit betrachten und Barmherzigkeit üben, so gut wir können – und oft beten "Jesus, ich vertraue auf dich" - das könnte tatsächlich not-wendig, not-wendend sein.

Alles Gute, Kraft und Frieden wünscht Ihnen

Wolfram Biedermann, Webmaster