Leitartikel zum September

Jesus als Guter Hirte mit Schaf auf den Schultern

Die Psalmen

von Jasmin Meier, Lehramtsanwärterin

Worte aus alter Zeit - gültig in Ewigkeit

Psalmen sind als Gebrauchstexte zu verstehen, die dazu bestimmt sind, von vielen nachgesprochen und von Generation zu Generation weitergegeben zu werden. Jedoch ist die heutige Gesellschaft geprägt von Schnelllebigkeit, Unrast, Wahlmöglichkeiten und Wertepluralität.

Heranwachsende wachsen immer weniger mit dem Lebensgefühl „Sicherheit“ auf, das ihnen zu einer von Vertrauen geprägten Lebenseinstellung verhelfen würde. Dies schlägt sich nieder in Sprachlosigkeit. Sie sind sprachlos geworden im Hinblick auf die religiösen und persönlichen Fragen des Lebens, in denen es um Enttäuschung, Liebe, Trauer und Vertrauen geht.

Die zu beobachtende Sprachlosigkeit hat verschiedene Facetten: Viele wissen nicht, wie sie von sich reden sollen. Sie haben keinen ausgebildeten Wortschatz, keine Sprache für ihre Hoffnungen und Sorgen. Sie haben es nicht gelernt, ihre Belange mitzuteilen. Viele wissen nicht, wann sie von sich reden sollen. Hier kann die Sprache der Psalmen den Menschen aus seiner Sprachlosigkeit herausholen.

Psalmen spiegeln jahrtausendealte menschliche Grunderfahrungen, Gefühle und Stimmungen wider und bringen sie in einer bildhaft verdichteten Sprache zum Ausdruck. So beschreibt der Beter beispielsweise, dass das Wasser ihm bis an die Kehle geht oder er gemeinsam mit Gott über Mauern springt.

Die hebräische Sprache verwendet sehr viele Bilder. Dabei sind die Bilder so bunt wie das Leben, sodass jede Situation aus der Realität zum Bild für den Betenden werden kann. In den Psalmen brachten die Menschen aus alter Zeit ihre Klagen, ihre Bitten, ihren Dank und ihr Lob vor Gott zum Ausdruck.

Die Worte der Psalmen, insbesondere jene in den Klageworten gemalten Bilder der Angst sind in Situationen der existenziellen Bedrohung entstanden. Deshalb sprechen sie unmittelbar die Erfahrungen der Heranwachsenden von heute an. Sie sprechen aber nicht nur, sondern fordern geradezu heraus, sie mitzusprechen, das heißt ihre eigenen Worte dafür zu finden, ihre eigenen Geschichten dazu zu erzählen.

Die Worte der Psalmen können dem Menschen eine Sprache leihen, wenn ihm selbst die Sprache versagt. Im Kontext der Psalmen wird ihm eine Sprache für die Angst angeboten. Mit den Klageworten der Psalmen werden negativ konnotierte Erfahrungen nicht nur versprachlicht, sondern beim Namen genannt. In den Klageworten steckt ein Appell, nämlich der dringende Ruf nach Zuwendung.

Der Dialog mit den eigenen Grunderfahrungen kann dazu führen, diese zunächst genauer wahrzunehmen, um dann damit angemessen umzugehen. So kann der Dialog mit der eigenen Seele zum „Schlüssel vertiefter Selbsterfahrung“ werden. Die elementaren Bedürfnisse verbinden sich in der Sprache der Psalmen mit den aktuellen Bedürfnissen der Menschen von heute. Nicht versprachlichte, nicht wahrgenommene oder nicht zugestandene Bedürfnisse erhalten ihre Legitimation durch Worte von damals. Und mehr noch, der Beter kann aus diesen Worten Hoffnung schöpfen.

Der Psalm 23 wird Ihnen höchstwahrscheinlich aus Ihrer eigenen Schulzeit bekannt sein. Mir persönlich gibt dieser Psalm Kraft und Mut für schwierige Entscheidungen und den Glauben daran, dass Gott wie ein Hirte bei mir ist und mir beisteht, diese Momente zu meistern.

Ich wünsche Ihnen, dass die Worte der Psalmen auch Ihnen in guten und schlechten Lebenslagen Begleiter sein können und Ihnen Stärkung, Hilfe und Kraft schenken!

Psalm 23 - Der gute Hirte

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.

2 Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

3 Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.

4 Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

5 Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, übervoll ist mein Becher.

6 Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeiten.

Leitartikel zum August

Alfred Delp

Mehr über Alfred Delp Wikipedia

Das Schicksal der Kirchen

So, liebe Leser und Leserinnen unseres Pfarrbriefes, lautet eine Schrift des Jesuiten Alfred Delp aus den Jahren 1944/1945. Er war Mitglied des Kreisauer Kreises und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Delp wurde am 15. September 1907 geboren und am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet, ermordet von den Nationalsozialisten.

Auch heute befindet sich die Kirche in Deutschland in einer Krise; sichtbar geworden auch am Rücktrittsangebot von Kardinal Marx an den Papst. Darin schreibt er auch vom „toten Punkt“, an dem die Kirche angekommen sei. Dieses Wort finden wir in der oben erwähnten Schrift. Sie erscheint mir geradezu prophetisch für die heutige Situation der Kirche.

Daher im folgenden einige Auszüge daraus:

„Das Schicksal der Kirchen wird in der kommenden Zeit nicht von dem abhängen, was ihre Prälaten und führenden Instanzen an Klugheit, Gescheitheit, ‚politischen Fähigkeiten‘ usw. aufbringen. Auch nicht von den ‚Positionen‘, die sich Menschen aus ihrer Mitte erringen konnten. Das alles ist überholt ...

Zwischen den klaren Schlüssen unserer Fundamentaltheologie und den vernehmenden Herzen der Menschen liegt der große Berg des Überdrusses, den das Erlebnis unserer selbst aufgetürmt hat. Wir haben durch unsere Existenz den Menschen das Vertrauen zu uns genommen. 2000 Jahre Geschichte sind nicht nur Segen und Empfehlungen, sondern auch Last und schwere Hemmung. Und gerade in letzter Zeit hat ein müde gewordener Mensch in der Kirche auch nur den müde gewordenen Menschen gefunden. Der dann noch die Unehrlichkeit beging, seine Müdigkeit hinter frommen Worten und Gebärden zu tarnen ...

Von zwei Sachverhalten wird es abhängen, ob die Kirche noch einmal den Weg zu diesen Menschen finden wird... Der eine Sachverhalt meint die Rückkehr der Kirchen in die ‚Diakonie‘: in den Dienst der Menschheit. Und zwar in einen Dienst, den die Not der Menschheit bestimmt, nicht unser Geschmack ... ‘Der Menschensohn ist nicht gekommen sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen‘ (Mk. 10,45) ...

Rückkehr zur ‚Diakonie‘ habe ich gesagt ... Damit meine ich das Nachgehen und Nachwandern auch in die äußersten Verlorenheiten und Verstiegenheiten des Menschen, um bei ihm zu sein genau und gerade dann, wenn ihn Verlorenheit und Verstiegenheit umgeben. ‚Geht hinaus‘ hat der Meister gesagt, und nicht: ‚Setzt euch hin und wartet, ob einer kommt.‘ Es hat keinen Sinn, mit einer Predigt- und Religionserlaubnis, mit einer Pfarrer- und Prälatenbesoldung zufrieden die Menschen ihrem Schicksal zu überlassen…

Ich glaube, überall da, wo wir uns nicht freiwillig um des Lebens willen von der Lebensweise trennen, wird die geschehende Geschichte uns als richtender und zerstörende Blitz treffen. Das gilt sowohl für das persönliche Schicksal des einzelnen kirchlichen Menschen wie auch für die Institutionen und Brauchtümer. Wir sind trotz aller Richtigkeit und Rechtgläubigkeit an einem toten Punkt.

Die christliche Idee ist keine der führenden und gestaltenden Ideen dieses Jahrhunderts. Immer noch liegt der ausgeplünderte Mensch am Wege. Soll der Fremdling ihn noch einmal aufheben?

Man muss, glaube ich, den Satz sehr ernst nehmen: was gegenwärtig die Kirche beunruhigt und bedrängt, ist der Mensch. Der Mensch außen, zu dem wir keinen Weg mehr haben und der uns nicht mehr glaubt. Und der Mensch innen, der sich selbst nicht glaubt, weil er zu wenig Liebe erlebt und gelebt hat…

Viel wichtiger und tiefer: Erziehung und Ehrfurcht dem anderen Menschen gegenüber. Weg von der Anmaßung zur Ehrfurcht. Die Kirche muss sich selbst viel mehr als Sakrament, als Weg und Mittel begreifen, nicht als Ziel und Ende ...

Ehrliche Nüchternheit in der Feststellung, dass die Kirche heute nicht zu den führenden Mächten und Kräften der Menschheit gehört ...

Der anmaßende Mensch ist schon in der Nähe der Kirche immer vom Übel, geschweige denn in der Kirche oder gar im Namen der Kirche oder als Kirche.“

Rudi Kramer

Leitartikelgerüst mit Bild

Adventsgesteck
Die St.-Thomas-Kathedrale in Chennai über dem Apostelgrab

© wikimedia.org, w:user:PlaneMad - Eigenes Werk
Originalbild und Lizenz

Mehr über die Thomaschristen bei Wikipedia

Grüss Gott, …

… liebe Mitchristen im Pfarrverband!

Lorem ipsum ...

  • 1. Adventskerze – Abraham-Kerze, Offenbarungskerze: 2000 Jahre vor Christus hat Gott Abraham erwählt – Hoffnung auf Heil und Erlösung.
  • 2. Adventskerze – Mose-Kerze, Bundeskerze: Um 1200 Jahre vor Christus führt Gott sein Volk durch Mose aus Ägypten, gibt die 10 Gebote und begründet den Alten Bund.
  • 3. Adventskerze – Propheten-Kerze, Verheißungskerze: 800 Jahre vor Christus sagen die Propheten die Ankunft des Messias voraus. „Gott selber wird kommen und sein Volk erlösen“.
  • 4. Adventskerze – Marien-Kerze, Ankunftskerze: Jetzt ist die Zeit. Gott wird Mensch und ist greifbar nahe.
Überschrift

Lorem Ipsum ...

Anni Schumergruber, Gemeindereferentin