Leitartikel zum Oktober

Liebe Mitchristen,

verfolgen wir die Lage in der Welt von heute, so müssen wir uns wohl alle eingestehen, dass die Aussichten nicht gerade rosig aussehen. Krieg in der Ukraine und in vielen anderen Ländern der Erde. Dazu Flüchtlingsströme, Energiekrise und Corona. All das gibt keinen wirklichen Grund zur Euphorie.

Als Katholiken dürfte uns auch der enorme Umwandlungsprozess in der Kirche nicht kalt lassen, welcher ein massives Umdenken aller Christen einfordert und große Verschleißerscheinungen aufzeigen wird. Große Fehler wurden begangen, Versäumnisse schöngeredet und vielfach über Probleme hinweggeschaut. Die Ausmaße der begangenen Fehler zeigen nun ihr wahres und unschönes Gesicht und vertreiben Menschen aus dieser von Jesus gegründeten Kirche.

Es tut weh, Kirche so erleben zu müssen - andererseits bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen angefangenen Weg der Neuausrichtung fertig zu gehen. Die Veränderungen in der kirchlichen Struktur wollen manche nicht wahrhaben, sie eröffnen aber Chancen, um Kirche für die Zukunft zu rüsten und zu etablieren.

Wie könnten diese Chancen aussehen? Eine der wohl wichtigsten Herausforderungen der Zukunft wird es für die katholische Kirche sein, sich zu einer Kirche der verstärkten Gemeinschaft und Solidarität von Gläubigen (ähnlich der Urkirche) zu wandeln. Das heißt, dass alle Getauften, auch all jene, welche momentan der Kirche fern sind, welche frustriert und enttäuscht sind, welche keinen Sinn am Ganzen mehr sehen und welche durchaus kritisch auf Missstände hinweisen, ihren Platz in der Kirche haben dürfen und vielleicht auch müssen, um sich trotz alledem aktiv ins kirchliche Geschehen einbringen zu können.

Es muss ein Dialog entstehen, welcher durch Diversität daran arbeitet, den Bedürfnissen der Menschen gerechter zu werden und Heimat zu sein. Das wahre Zentrum der Kirche darf nämlich nicht in Machtausübung und Geltungsbedürfnissen von Einzelpersonen münden, sondern es muss die Gemeinschaft aller getauften Einzelpersonen im Mittelpunkt stellen, um den Glauben tatkräftig zu leben.

Es gibt viel zu tun, wenn wir wirklich als Gemeinschaft von getauften Christen in der Kirche und darüber hinaus auftreten wollen! Denn die Herausforderungen der Zukunft klopfen immer lauter an die Kirchentür. Wie können wir schnell und unkompliziert helfen wo Hilfe benötigt wird? Wie können wir als Christen Umweltzerstörung verhindern? Wie können wir als Katholiken nachhaltiger produzieren und dennoch ein gutes Leben für alle ermöglichen? Und vieles andere mehr…! An diesen Fragen kommen wir als bekennende Christen und als katholische Kirche nicht mehr vorbei, und diese Fragen werden das zukünftige Gesicht der Kirche zeichnen.

Zeichnen wir doch dort, wo es uns möglich ist, an diesem neuen Gesicht der Kirche mit und bringen wir uns dort ein, wo wir in unserem Können und Wirken und in unseren Lebenswirklichkeiten Profis sind. Unser Pfarrverband hat viele Fachkräfte zu bieten. Landwirte, Handwerker, Meister, Techniker, Bankangestellte, Lehrer…usw. Wenn diese starken Kräfte für unsere gelebte Kirche aller Christen zusammenhalten und sich einbringen, dann schaffen wir unheimlich viel und die Zukunft kann kommen!

Redet darüber in den Familien, beim Wirt, im Freundeskreis – Kirche kann wirklich eine Bereicherung für alle sein, davon bin ich absolut überzeugt!

Alles Gute und Gottes reichen Segen wünscht Euch allen

Diakon Anton Fliegerbauer

Leitartikel zum September

Liebe Pfarrangehörige,

Die Erzengel Michael, Raphael und Gariel (v.l.n.r)

am 29. September feiern wir die Heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael.

  • Michael bedeutet „Wer ist wie Gott?“ Sozusagen eine rhetorische Frage mit der erwarteten Antwort ‚Niemand ist wie Gott‘. Oder – etwas freier formuliert – außer dem einen Gott gibt es keinen anderen.
  • Gabriel heißt übersetzt „Meine Kraft ist Gott.“
  • Raphael bedeutet „Gott heilt.“

Gott, der Einzige, ist mächtig zu helfen, könnten wir sagen oder wie es in der dritten Strophe des Liedes „Großer Gott, wir loben dich“ heißt:

Heilig, Herr, Gott Zebaoth,
Heilig, Herr der Himmelsheere,
Starker Helfer in der Not,
Himmel, Erde, Luft und Meere,
sind erfüllt von deinem Ruhm,
alles ist dein Eigentum.

Setzen wir wieder neu unser ganzes Vertrauen auf Gott, der in der Lage und gewillt ist, uns zu helfen und der uns in Jesus immer schon den größten Teil des Weges entgegenkommt.

Pfarrer Armin Riesinger

Bibelwort

11. September
24.Sonntag im Jahreskreis
Lukas 15, 1-32

So viel Verlorenes – da sollte man besser die Kurzfassung des Textes wählen und nur die Verse 1-10 lesen. Da geht schon genug verloren; und wird doch auch wiedergefunden. Der Himmel kümmert sich um uns, soll das heißen. Wir mögen uns manchmal oder oft verloren fühlen in einer kälter werdenden Welt; aber der Himmel kümmert sich. Der Herr geht den verlorenen Schafen nach und die Frau durchsucht ihr ganzes Haus. Es geht nichts und niemand verloren im Reich Gottes.

Auch wenn man sich manchmal ganz anders fühlt, das ist wohl wahr. Als habe niemand ein Auge auf uns, fühlt man sich dann, als trudelten wir von hier nach da oder seien hohen Wellen hilflos ausgeliefert.

Die Ängste, denen wir in letzter Zeit ausgesetzt wurden, schlugen vielen aufs Gemüt. Und was tun wir dann mit den Gefühlen der Verlorenheit? Wir packen sie ins Gebet, wir bekennen es Gott und Menschen. Sprechen hilft. Vielleicht nicht viel, aber es gibt etwas Ruhe. Gott schenkt den Betenden Ruhe. Weil er hört. Und uns sieht. Es ist, als gehe er umher und suche uns wie sein verlorenes Schaf.

Wagen wir das Gebet, wo immer wir auch gerade sind. Gott wird uns finden.

Gekürzte Textvorlage von Michael Becker, Pfarrbriefservice

So wünsch‘ ich mir die Kirche:

Als Gemeinschaft für die Einsamen,
als Brot für die Hungernden,
als Wärme für die Frierenden,
als Mut für die Ängstlichen,
als Kraft für die Schwachen,
als Lachen für die Traurigen,
als Liebe für die Hassenden,
so wünsch ich mir die Kirche und
so möchte ich versuchen zu sein!