Leitartikel zum August

Alfred Delp

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Das Schicksal der Kirchen

So, liebe Leser und Leserinnen unseres Pfarrbriefes, lautet eine Schrift des Jesuiten Alfred Delp aus den Jahren 1944/1945. Er war Mitglied des Kreisauer Kreises und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Delp wurde am 15. September 1907 geboren und am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet, ermordet von den Nationalsozialisten.

Auch heute befindet sich die Kirche in Deutschland in einer Krise; sichtbar geworden auch am Rücktrittsangebot von Kardinal Marx an den Papst. Darin schreibt er auch vom „toten Punkt“, an dem die Kirche angekommen sei. Dieses Wort finden wir in der oben erwähnten Schrift. Sie erscheint mir geradezu prophetisch für die heutige Situation der Kirche.

Daher im folgenden einige Auszüge daraus:

„Das Schicksal der Kirchen wird in der kommenden Zeit nicht von dem abhängen, was ihre Prälaten und führenden Instanzen an Klugheit, Gescheitheit, ‚politischen Fähigkeiten‘ usw. aufbringen. Auch nicht von den ‚Positionen‘, die sich Menschen aus ihrer Mitte erringen konnten. Das alles ist überholt ...

Zwischen den klaren Schlüssen unserer Fundamentaltheologie und den vernehmenden Herzen der Menschen liegt der große Berg des Überdrusses, den das Erlebnis unserer selbst aufgetürmt hat. Wir haben durch unsere Existenz den Menschen das Vertrauen zu uns genommen. 2000 Jahre Geschichte sind nicht nur Segen und Empfehlungen, sondern auch Last und schwere Hemmung. Und gerade in letzter Zeit hat ein müde gewordener Mensch in der Kirche auch nur den müde gewordenen Menschen gefunden. Der dann noch die Unehrlichkeit beging, seine Müdigkeit hinter frommen Worten und Gebärden zu tarnen ...

Von zwei Sachverhalten wird es abhängen, ob die Kirche noch einmal den Weg zu diesen Menschen finden wird... Der eine Sachverhalt meint die Rückkehr der Kirchen in die ‚Diakonie‘: in den Dienst der Menschheit. Und zwar in einen Dienst, den die Not der Menschheit bestimmt, nicht unser Geschmack ... ‘Der Menschensohn ist nicht gekommen sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen‘ (Mk. 10,45) ...

Rückkehr zur ‚Diakonie‘ habe ich gesagt ... Damit meine ich das Nachgehen und Nachwandern auch in die äußersten Verlorenheiten und Verstiegenheiten des Menschen, um bei ihm zu sein genau und gerade dann, wenn ihn Verlorenheit und Verstiegenheit umgeben. ‚Geht hinaus‘ hat der Meister gesagt, und nicht: ‚Setzt euch hin und wartet, ob einer kommt.‘ Es hat keinen Sinn, mit einer Predigt- und Religionserlaubnis, mit einer Pfarrer- und Prälatenbesoldung zufrieden die Menschen ihrem Schicksal zu überlassen…

Ich glaube, überall da, wo wir uns nicht freiwillig um des Lebens willen von der Lebensweise trennen, wird die geschehende Geschichte uns als richtender und zerstörende Blitz treffen. Das gilt sowohl für das persönliche Schicksal des einzelnen kirchlichen Menschen wie auch für die Institutionen und Brauchtümer. Wir sind trotz aller Richtigkeit und Rechtgläubigkeit an einem toten Punkt.

Die christliche Idee ist keine der führenden und gestaltenden Ideen dieses Jahrhunderts. Immer noch liegt der ausgeplünderte Mensch am Wege. Soll der Fremdling ihn noch einmal aufheben?

Man muss, glaube ich, den Satz sehr ernst nehmen: was gegenwärtig die Kirche beunruhigt und bedrängt, ist der Mensch. Der Mensch außen, zu dem wir keinen Weg mehr haben und der uns nicht mehr glaubt. Und der Mensch innen, der sich selbst nicht glaubt, weil er zu wenig Liebe erlebt und gelebt hat…

Viel wichtiger und tiefer: Erziehung und Ehrfurcht dem anderen Menschen gegenüber. Weg von der Anmaßung zur Ehrfurcht. Die Kirche muss sich selbst viel mehr als Sakrament, als Weg und Mittel begreifen, nicht als Ziel und Ende ...

Ehrliche Nüchternheit in der Feststellung, dass die Kirche heute nicht zu den führenden Mächten und Kräften der Menschheit gehört ...

Der anmaßende Mensch ist schon in der Nähe der Kirche immer vom Übel, geschweige denn in der Kirche oder gar im Namen der Kirche oder als Kirche.“

Rudi Kramer

Leitartikel zum Juli

St.Thomas-Kathedrale in Chennai, Indien
Die St.-Thomas-Kathedrale in Chennai über dem Apostelgrab

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Die Thomas‑Christen von Kerala

von Pater Nobi Parakkadan

Liebe Mitchristen,

heute möchte ich Ihnen etwas über uns Christen in Kerala schreiben, denn wir bezeichnen uns als Thomas-Christen.

Das bedeutet, wir führen unsere Glaubensgeschichte direkt auf den Apostel Thomas zurück. Dieser landete 52 n. Chr. in Indien. Das Christentum entwickelte sich schnell durch die evangelistische Tätigkeit des Apostels. Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, besonders auch aus hohen Kasten der hinduistischen Bevölkerung, nahmen die neue Religion an. Thomas starb in Mylapore auf dem heutigen St. Thomas Mount am 3. Juli 72 n. Chr.

Mylapore ist heute ein Stadtteil von Chennai, das früher als Madras bekannt war. In Chennai wurde Thomas begraben, und später hat man über seiner Grabstätte eine eindrucksvolle Basilika errichtet.

Den Gedenktag des Hl. Thomas feiert die Kirche am 3. Juli und wir erinnern uns an ihn auch am Weißen Sonntag.

Die St. Thomas Christians werden auch syrische Christen oder Nasrani genannt. Nasrani bedeutet christlich und ist vermutlich von Nazareth, der Heimatstadt Jesu, abgeleitet. Und syrisch, weil sie in ihrer Liturgie die syrische Sprache verwenden. Landessprache ist Malayalam, die Sprache von Kerala.

Mit dem Anspruch, vom Apostel Thomas evangelisiert worden zu sein, repräsentieren die Thomas-Christen kirchlich, liturgisch und sprachlich eine der ältesten christlichen Traditionen der Welt, insbesondere im Christentum außerhalb des Westens. Obwohl sie keine institutionelle Kirche mehr bilden, sind die Thomas-Christen eine lebendige Religionsgemeinschaft. Anfang des 21. Jahrhunderts gab es etwa vier Millionen Thomas-Christen in Indien, hauptsächlich in Kerala, und einer kleinen weltweiten Diaspora.

Traditionen und Kultur der Thomas-Christen im vormodernen Kerala

Vielleicht war diese Kirche in Indien die einzige, die von einem Apostel außerhalb des Römischen Reiches gegründet wurde. Dieses Bewusstsein ihrer apostolischen Herkunft ist ein wichtiger Aspekt der Identität der Thomas-Christen. Die rechtliche und hierarchische Unabhängigkeit und Glaubensreinheit dauerte an, bis diese Kirche mit den portugiesischen Missionaren in Kontakt kam.

Bis zur Ankunft der Portugiesen in Calicut war die christliche Kirche in Kerala eine völlig unabhängige Gemeinschaft. Kirchen sahen äußerlich wie hinduistische Tempel aus, mit dem Unterschied, dass die Kirchen ein Kreuz auf dem Dach trugen und dass auch vor der Kirche ein Kreuz stand.

Die Verwaltung der Kirche wurde von der Versammlung (Yogam) ausgeübt, die aus allen erwachsenen Männern und den örtlichen Priestern bestand. Sie entschied auch über alle Streitfälle unter den Gemeindemitgliedern und konnte Strafen verhängen. Zivilprozesse wurde von Bischöfen und Erzdiakonen entschieden. Strafprozesse wurden mancherorts vor die weltlichen Herrscher gebracht. Aber das war unter den Christen eigentlich nicht gern gesehen.

Die syrischen Christen pflegten das intensive Fasten, um sich auf besondere Anlässe vorzubereiten, z. B. Weihnachten, Ostern und vor der Himmelfahrt der Jungfrau Maria. Außerdem wurde an normalen Freitagen gefastet. An Fasttagen verzichteten sie auf den Verzehr von Eiern, Fisch, Fleisch, Milch und Wein, sowie auf eheliche Begegnungen.

Die Thomas-Christen waren schon früh ein hochzivilisiertes und wohlhabendes Volk. Ihre wichtigsten Erwerbszweige waren Landwirtschaft und Handel. So kontrollierten sie z.B. den Pfefferhandel. Der Herrscher von Venad gewährte den Christen Rechte und Privilegien, die normalerweise nur hohen Würdenträgern gewährt wurden, darunter die Befreiung von wichtigen Abgaben, der Verkaufssteuer und der Sklavensteuer.

Außerdem waren sie ausgezeichnete Soldaten und Krieger und ihren Königen gegenüber sehr loyal.

Da die Christen in der Frühzeit hinduistische Konvertiten waren, behielten sie die angestammte soziale Organisation und Lebensweise bei, was Spannungen zwischen den Christen und der Hindu-Gemeinde vermied. Hindus und Christen teilten sehr viele soziale Bräuche und Praktiken. Im Laufe der Zeit sind einige hinduistische Traditionen fester Bestandteil christlicher Rituale geworden.

Einige Beispiele sind die Milchkochzeremonie, die während der Segnung eines neu gebauten Hauses stattfindet; der Bräutigam, der während der Hochzeitszeremonie einen goldenen Schmuck namens Minnu um den Hals der Braut bindet, und die jährliche Feier des Sradham-Festes zum Gedenken an den Tod eines Verwandten sind einige davon.

Das Essen der Christen bestand aus gekochtem Reis und Gemüsecurrys. Ein neugeborenes Kind wurde unmittelbar nach seiner Geburt mit Honig gefüttert, dem Goldpulver zugesetzt worden war. Wenn das Kind elf Monate alt wurde, bekam es gekochten Reis zu essen. Frauen sprachen ihre Ehemänner nicht mit ihrem Namen an. Sie pflegten Nächstenliebe und die familiären Beziehungen.

Die Christen in Kerala führten ein einfaches und bescheidenes Leben. Wenn die Frauen in die Kirche gingen, bedeckten sie ihren Kopf mit einem großen Schleier. Frauen trugen verschiedene Arten von Ornamenten auf ihrer Kleidung. Eheschliessungen wurden normalerweise in Anwesenheit eines Priesters gefeiert.

Die Thomas-Christen sind also indisch in der Kultur, christlich im Glauben und orientalisch in der Anbetung.

Aber eigentlich sind wir doch alle Thomas-Christen, denn Sonntag für Sonntag kommen wir zusammen, um glauben zu lernen. Mit so viel Freude und Zuversicht, dass auch wir mit dem Hl. Apostel Thomas bekennen können: Mein Herr und mein Gott!

Man braucht nicht in Indien geboren zu sein, um als Thomas-Christin, als Thomas-Christ zu leben. Ein Thomas-Christ macht sich bewusst: Jesus kämpft auch um mich und die Begegnung mit mir! So wichtig bin ich Jesus! So sehr liebt mich Jesus. Ein Thomas-Christ lebt in dieser Erfahrung.

Gottes Segen für Sie alle!

Leitartikelgerüst mit Bild

Adventsgesteck

Grüss Gott, …

… liebe Mitchristen im Pfarrverband!

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  • 1. Adventskerze – Abraham-Kerze, Offenbarungskerze: 2000 Jahre vor Christus hat Gott Abraham erwählt – Hoffnung auf Heil und Erlösung.
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