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Aktuelle Meldungen
Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

Aktuelle Meldungen und Gottesdienstanzeiger für Dezember 2020

Im Untermenü-Bereich "Aktuelle Meldungen" finden Sie alle Meldungen aus dem Pfarrverband, wie sie im Regelfall auch im Pfarrbrief des laufenden Monats abgedruckt sind.

Der Pfarrbrief

Unser Pfarrbrief erscheint monatlich als Nachrichten- und Mitteilungsorgan des Pfarrverbandes und beinhaltet die Gottesdienstordnung des jeweiligen Monats. Der eigentliche Pfarrbrief ist als Mantelbogen für die Einlegeblätter der Gottesdienstordnung ausgeführt.

Der Pfarrbrief liegt in den Kirchen aus und kann dort kostenlos mitgenommen werden.

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aktueller Gottesdienstanzeiger

Ältere Ausgaben von Pfarrbrief und Gottesdienstanzeiger im Archiv

Leitartikel zum Dezember

Adventsgesteck

Grüss Gott, …

… liebe Mitchristen im Pfarrverband!

Am 1. Advent beginnt jedes Jahr das neue Kirchenjahr. Wir alle wissen, die Gesetze der Natur regeln die Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In gleicher Weise regelt das Kirchenjahr die heiligen Zeiten.

Ich möchte einen Vergleich machen: Die Advents- und Weihnachtszeit gleicht dem Frühling - mit Sehnsucht, Hoffnung und Neubeginn an Weihnachten: „uns wird ein Kind geboren…“

Die Fastenzeit mit Ostern und Pfingsten entspricht dem Sommer und der Erntezeit – unsere Erlösung durch Karfreitag und Ostern …

Die sogenannten „grünen Sonntage“ möchte ich vergleichen mit dem Herbst, wo inzwischen die Erntegaben eingebracht werden – da sind die Verehrungsfeste, Dankfeste, Kirchweih …

Dann der "Winter" im November – Allerheiligen, Allerseelen, Totenmonat – wo alles zur Ruhe kommt und wir um das ewige Leben bei Gott bitten. Dann beginnt der Kreislauf alle Jahre wieder neu mit dem Advent.

Seit dem 2. Vatikanischen Konzil beginnt mit dem neuen Kirchenjahr auch eines der 3 Lesejahre: „A - Matthäus / B - Markus / C - Lukas“. Mit diesem Advent befinden wir uns im Lesejahr B; also das Evangelium nach Markus.

Jedes Jahr im Advent ist der Adventskranz für uns ein sprechendes Zeichen der Vorbereitung und Erwartung auf das Weihnachtsfest. Sicher ist es für viele von uns auch interessant, wie und seit wann es den Adventskranz überhaupt gibt: Entstanden ist er im Jahre 1833 im „Rauhen Haus“, einem Asylheim für verwahrloste junge Menschen in Hamburg.

Der evangelische Pfarrer Heinrich Wichern hat dort jedes Jahr im Advent Adventsandachten gehalten. Im Jahr 1840 hat er dann den Kronleuchter im Advent mit Kerzen geschmückt und jeden Tag eine neue Kerze angezündet mit dem Motto: „Jeden Tag ein Licht mehr“.

Einige Jahre später hat man den Kronleuchter mit Tannengrün umwunden. 1850 ist man im evangelischen Waisenhaus Berlin-Tegel und in anderen ev. Sozialeinrichtungen dem Beispiel gefolgt und veranstaltete „Vorweihnachtsfeiern unter dem Lichterkranz“.

In der katholischen Kirche hat der Adventskranz erst vor dem zweiten Weltkrieg Einzug gefunden. 1937/38 wurde erstmals in München-Schwabing ein Adventskranz mit 4 Kerzen aufgestellt. Diese 4 Kerzen haben für uns Christen heilsgeschichtliche Bedeutung und sind Hoffnungszeichen:

  • 1. Adventskerze – Abraham-Kerze, Offenbarungskerze: 2000 Jahre vor Christus hat Gott Abraham erwählt – Hoffnung auf Heil und Erlösung.
  • 2. Adventskerze – Mose-Kerze, Bundeskerze: Um 1200 Jahre vor Christus führt Gott sein Volk durch Mose aus Ägypten, gibt die 10 Gebote und begründet den Alten Bund.
  • 3. Adventskerze – Propheten-Kerze, Verheißungskerze: 800 Jahre vor Christus sagen die Propheten die Ankunft des Messias voraus. „Gott selber wird kommen und sein Volk erlösen“.
  • 4. Adventskerze – Marien-Kerze, Ankunftskerze: Jetzt ist die Zeit. Gott wird Mensch und ist greifbar nahe.

So will uns der Adventskranz einladen, in den alten Adventsruf einzustimmen und uns so auf Weihnachten vorzubereiten:

„Mach es wie Gott – werde Mensch“

Wie das geht? – Nun, ich denke, es ist gar nicht so schwer:

  • werde ein anständiger Mensch, dem man in die Augen schauen kann
  • werde ein gewissenhafter, zuverlässiger Mensch, auf den Verlass ist.
  • werde ein treuer Mensch, auch unter schweren Umständen.
  • werde ein tugendhafter, hilfsbereiter, zufriedener und friedfertiger Mensch, der die Ketten des Unrechts durchbricht.
  • werde ein religiöser Mensch, gesund an Leib und Seele.

Ich weiß, es ist ein hohes Ziel, eben ein Weihnachtsziel: Keiner von uns kann diese Schritte alleine gehen und das Ziel ohne Hilfe erreichen. Aber Schritt für Schritt können wir mit der Gnade und dem Segen der Heiligen Nacht hoffen, dass „bei Gott kein Ding unmöglich ist“.

So wünsche ich uns allen, dass Weihnachten in unseren Herzen geschieht, und wir Mensch werden – wie Gott es geplant hat. Alles Gute, eine ruhige, gesegnete Adventszeit und eine gnadenreiche Weihnacht wünscht Ihnen

Anni Schumergruber, Gemeindereferentin

Leitartikel zum November

Taschenuhr im Sand liegend

Die Zeit...

Liebe Leserinnen und Leser!

Zeit. Ein Begriff, der uns in unserem Alltag sehr oft begegnet, besonders in diesem außergewöhnlichen Jahr 2020. Von einer besonderen Zeit ist da z. B. die Rede oder auch von Entschleunigung. Aber was genau ist eigentliche „Zeit“ und was hat Zeit mit unserem Glauben zu tun?

Wenn man dazu aufgefordert wird, den Begriff „Zeit“ zu definieren, erkennt man schnell, dass dies bei weitem kein leichtes Unterfangen ist. Auch ein Blick in die Vergangenheit verrät uns, dass diese Aufgabe bereits Menschen vergangener Zeiten Schwierigkeiten bereitete. Der Kirchenvater Augustinus (354-430) musste sich beispielsweise eingestehen, dass er die Frage nach einer Definition nur dann beantworten könne, wenn niemand ihn danach frage.

So hat wohl jeder Mensch eine bestimmte Vorstellung von der Zeit in seinem Kopf. In Erklärungsnot gerät man jedoch, wenn man dieses innere Konstrukt für einen Fragenden in Worte fassen soll. Erschwerend kommt hinzu, dass Zeit auf ganz unterschiedliche Weise erlebt werden kann.

Neben unterschiedlichen Zeitaspekten gibt es auch konkrete Formen des Zeitumgangs. Ein Beispiel dafür ist Achtsamkeit. Der Begriff der Achtsamkeit hat seine Wurzeln im Buddhismus. Dort ist der Begriff sehr weit gefasst und beschreibt eine wache Aufmerksamkeit, die vorranging auf die Gegenwart gerichtet ist. Achtsamkeit kann auch als eine „universelle menschliche Fähigkeit“ (Zitat von Silke Rupprecht) aufgefasst werden und ist deshalb nicht zwingend als spezifisch buddhistisch zu betrachten.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was Achtsamkeit konkret mit dem Christentum zu tun hat. Der Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und christlicher Botschaft wird besonders deutlich, wenn man sich die Frage stellt, wie Religion an Säuglinge und Kleinkinder vermittelt werden kann. Aufgrund der fehlenden kognitiven Reife scheiden religiöse Texte, Symbole und sogar kindgerechte Geschichten zum Teil aus. Das heißt jedoch nicht, dass man mit religiöser Bildung und Erziehung warten muss, bis Kinder die entsprechende Reife erreicht haben, um die christliche Botschaft zu verstehen.

Wenn man Liebe und Barmherzigkeit als wesentliche Faktoren der Botschaft Christi versteht, sollte die Atmosphäre, in der Kinder aufwachsen, von diesen Elementen geprägt sein. Achtsamkeit kann dabei als Schlüssel verstanden werden, um Liebe und Mitgefühl in Beziehungen für Kinder erfahrbar zu machen.

Aber nicht nur im Bereich religiöser Lern- und Bildungsprozesse ist der Aspekt Zeit von Bedeutung. Jeder einzelne von uns kann durch Achtsamkeit Entschleunigung erfahren. Das stellt einen Kontrast zu unserer aktuellen Lebenswelt dar: Unsere Welt ist im gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich von Beschleunigungen geprägt. Dies überträgt sich auch auf die Dimension des Privaten. Obwohl uns der Fortschritt im Bereich der Technik enorme Zeitersparnis ermöglicht, haben wir permanent das Gefühl, dass uns die Zeit fehlt. Einheit scheint sich in Vielheit aufzulösen und Orientierungen in allen Bereichen gehen verloren.

Anfang des Jahres schien es, als bräuchte es erst eine Pandemie von weltweitem Ausmaß, um sich auf das Wesentliche zu besinnen und Entschleunigung zu erfahren. Lange hielt dieser Ausnahmezustand aber nicht an und schnell fiel man wieder zurück in alte Muster, in Stress und in Zeitnot. Dabei braucht es keinen Lockdown (Ausgangssperre), um Zeit bewusst zu erleben und zu gestalten sowie etwas Geschwindigkeit aus dem Alltag rauszunehmen. Vielleicht braucht es nur ein bisschen Glauben, um sich auf die wesentlichen Aspekte der menschlichen Existenz zu konzentrieren, und ein bisschen Achtsamkeit, um Entschleunigung zu erfahren – auch ohne Pandemie.

In diesem Sinne: Eine gute Zeit für Sie alle!

Rafaela Wilhelm, Sonderpädagogin
Ettling